EEH Hoyerswerda
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Öko-Energieerzeuger startet Stromproduktion

Die städtische EEH kauft sich in zwei Windräder im Brandenburgischen ein und plant drei neue Solaranlagen

Hoyerswerda. Wenn die Schüler des Lessing-Gymnasiums nach der Sanierung ihres Stammhauses an der Pestalozzistraße dorthin zurückziehen, werden sie im Foyer auf eine Anzeigetafel stoßen. Sie wird zeigen, wie viel Strom auf den Dächern der beiden Schul-Neubauten erzeugt wird. In den nächsten Tagen nämlich werden dort im Auftrag der Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda EEH Solarmodule montiert. Auch auf dem Johanneum soll so in Zukunft Elektroenergie gewonnen werden.

Derzeit hat die neue Tochter der Städtischen Wirtschaftsbetriebe SWH schon ein kleines Sonnenkraftwerk auf dem Dach der Lausitzhalle in Betrieb. Sie hat es von der Mutter übernommen.

Doch EEH-Geschäftsführer Dr. Thomas Schmidt sagt auch: „Einen wirklich signifikanten Beitrag zur Stromerzeugung mittels Photovoltaik kann man nur durch große Anlagen auf Freiflächen erzielen.“ Genau deshalb plant die EEH auch den Bau eines Solarparks auf dem früheren Klärwerks-Gelände westlich der Spremberger Chaussee.

Strom aus der Prignitz
Ziel ist es, die für die Erzeugung von 1,7 Gigawattstunden im Jahr gedachte Anlage auf rund vier Hektar im nächsten Jahr in Betrieb zu nehmen. Etwa 600 Zwei-Personen-Haushalte wird sie versorgen können. Der Stadtrat hat dazu in dieser Woche einstimmig einen städtebaulichen Vertrag und den Beschluss zur Schaffung von Baurecht gebilligt. Ein weiterer die EEH betreffender Beschluss fiel gegen die Stimmen von Joachim Lossack und Detlef Niemz (beide Linksfraktion).

Er gestattet es der Firma, mit einer halben Million Euro in die Betreibergesellschaft für zwei Windräder nördlich von Pritzwalk in der Prignitz einzusteigen. In Betrieb genommen hat die je 110 Meter hohen Windmühlen mit 4,3 Megawatt Gesamtleistung im Sommer der Versorger enviaM.

Einmalige Chance
Die EEH und acht kommunale Stadtwerke wollen sich nun mit knapp 70 Prozent beteiligen und so an der Stromerzeugung im Nordwesten Brandenburgs verdienen. Thomas Schmidt spricht von einer „einmaligen Chance, die Stadt sehr schnell an der Windenergie teilhaben zu lassen“. Schließlich dauert die Genehmigung solcher Anlagen immer recht lange. Zudem, so die EEH, sei es derzeit nicht eben einfach, in der näheren Umgebung Standorte für neue Windkraftanlagen aufzutun.

Und drittens lande man beim Bau solcher Windräder schnell bei Investitionssummen in zweistelliger Millionenhöhe. Heißt: Der Einstieg in den „Windpark Frehne“ ist so eine Art energiepolitisches Schnäppchen.

Denn die EEH wurde ja nicht zum Selbstzweck gegründet. Zwar spricht das städtische Energie- und Klimaschutzkonzept davon, dass so viel wie möglich Energie vor Ort produziert werden soll. Im Wesentlichen geht es dabei aber eher um Ökonomie statt um Ökologie. Jene Lieferungen, die schwedische Energieriesen oder russische Ölfirmen derzeit noch in Rechnung stellen, sollen künftig weniger umfangreich sein. Die EEH hingegen soll ihre Schwesterfirma, die Versorgungsbetriebe VBH dabei unterstützen, dass im Rahmen der SWH Geld verdient werden kann, das wiederum beim Verlustausgleich etwa für Lausitzhalle oder -bad benötigt wird. Von Mirko Kolodziej

Lausitzer Rundschau vom 29. Oktober 2011