EEH Hoyerswerda
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Stadt macht Ökostrom in der Prignitz

Hoyerswerdaer Energiegesellschaft kauft sich für 500 000 Euro in Windpark ein

Hoyerswerda. Knapp 300 Kilometer von der Stadt entfernt will die Hoyerswerdaer Energie Erzeugungsgesellschaft einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und zugleich Geld verdienen: Sie erwirbt für eine halbe Million Euro Windpark-Anteile.

Der Einstieg der sächsischen Stadt Hoyerswerda in die Windstrom-Erzeugung findet im nördlichen Brandenburg statt: Mit 500 000 Euro kauft sich die kommunale Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda mbH (EEH) in den Windpark Frehne (Landkreis Prignitz) ein; der Stadtrat zeigte sich gestern Abend bei zwei Gegenstimmen mit der Investition einverstanden.

EEH-Chef Thomas Schmidt nannte die Beteiligung an dem erst im Juni fertiggestellten Windpark mit einer Leistung von 4,3 Megawatt „einen Beitrag zur Umsetzung des Hoyerswerdaer Energie- und Klimaschutzkonzeptes“; immerhin erzeugen die Windräder in Frehna pro Jahr etwa 9,2 Gigawattstunden Strom – zu deren Produktion konventionelle Kraftwerke mehr als 5400 Tonnen CO freisetzen würden.

Dass sich die Sachsen nun in Brandenburg engagieren, hat laut Schmidt einen einfachen Grund: Im Freistaat gebe es für neue Windräder keine Flächen mehr – und so kam der EEH das Angebot des Energieversorgers envia M gerade recht, sich in Frehna zu beteiligen: Gemeinsam mit noch acht weiteren Stadtwerken werden die Hoyerswerdaer künftig 69,2 Prozent an dem Windpark halten; der Rest bleibt bei envia. Regenerative Energie soll aber auch direkt in der Großen Kreisstadt produziert werden: Ebenfalls gestern Abend beschloss der Stadtrat, für das brachliegende Vier-Hektar-Areal der alten Kläranlage einen Bebauungsplan für eine Photovolatikanlage aufzustellen; betrieben werden soll dieseebenfalls von der EEH. Bereits ab 2012, so Geschäftsführer Schmidt, werde hier Strom erzeugt – unterm Strich 1,7 Gigawattstunden; dies reiche für etwa 600 Zwei-Personen-Haushalte. Außerdem lässt die EEH derzeit auf den Dächern des Lessing-Gymnasiums und des Johanneums Solarmodule montieren, die zusammen 145 Megawattstunden Strom liefern sollen.

Lausitzer Rundschau vom 26.Oktober 2011