EEH Hoyerswerda
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Die Stadt wird zum Stromerzeuger

Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda investiert 14 Millionen Euro in Fotovoltaikanlagen Hoyerswerda.

Stadt Hoyerswerda will langfristig von den herkömmlichen Energiequellen wie Gas wegkommen und selbst Energie erzeugen. Zu diesem Zweck soll die im letzten Jahr neu gegründete Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda (EEH) über Fotovoltaikanlagen Strom erzeugen. Es ist eine Millioneninvestition.

Das kündigte der Geschäftsführer der Städtischen Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda (SWH), Falk Brandt, gegenüber der Lausitzer Rundschau an. Die SWH ist eine Holding, zu der auch die Energie Erzeugungsgesellschaft gehört. Brandt sagte, dass in diesem Jahr 14 Millionen Euro in Fotovoltaikprogramme investiert werden sollen.

EEH-Geschäftsführer Thomas Schmidt sagte, dass zunächst einmal untersucht worden ist, welche erneuerbaren Energieformen realistisch seien. Grundlage sei das Klimaschutzkonzept von Hoyerswerda gewesen. „Wir haben überlegt, was Sinn macht.“ Biogas sei nicht in die engere Wahl gekommen, weil das Aufkommen an Grünanlagen nicht ausreiche, um eine solche Anlage betreiben zu können. Auch ein Einkauf bei den Landwirten komme nicht in Frage, weil die Bauern selbst ihre eigenen Biogasanlagen betreiben würden, betonte Schmidt.

Windenergie scheide gleichfalls als neue Energiequelle für Hoyerswerda aus. „Es ist schwierig, geeignete Flächen dafür zu finden und gerade in Sachsen dauert die Umsetzung solcher Projekte jahrelang“, versicherte der EEH-Geschäftsführer. Zudem würden solche Genehmigungsverfahren viel Geld kosten, wobei das Risiko eines Scheiterns immer bestehe. Gleichwohl habe sich seine Gesellschaft an einem Windpark im nördlichen Brandenburg mit 6,4 Prozent beteiligt. Die Anlage dort erwirtschafte Gewinne.

Nach Prüfung aller Möglichkeiten, erneuerbare Energie zu nutzen, bleibe Fotovoltaik übrig. Die EEH steht unter Zeitdruck, weil die Förderung dafür ab 1. Juli um 15 Prozent gekürzt werden soll. „Für mich ist das ein Warnschuss, wir müssen hier sehr schnell handeln“, sagte Schmidt.

Er wolle 2012 noch möglichst viele Fotovoltaikanlagen realisieren, um in den Genuss von finanzieller Unterstützung zu kommen. Die EEH werde nicht nur in Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden investieren, sondern auch in Freiflächen. Derzeit laufe ein Bebauungsplan-Verfahren für eine Fotovoltaikanlage auf dem Gelände des alten Klärwerks in Hoyerswerda. Das seien vier Hektar. Ziel sei, eine Leistung von 1,78 Megawatt zu erzielen. Das Projekt soll bis zum 30. Juni fertig sein, betonte der EEH-Geschäftsführer.

Dadurch könnten 5000 Haushalte im Stadtgebiet mit Strom versorgt werden. Die Investitionen belaufen sich dafür alleine auf 3,5 Millionen Euro. Weitere Grundstücke seien in der Planung. Von Frank Ellmers

Lausitzer Rundschau vom 26. Januar 2012