EEH Hoyerswerda
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Grünes Licht für Sonnenstrom aus Hoyerswerda

Baurecht für 15-Megawatt-Anlagen geplant / Stadtrat gibt grünes Licht für Erweiterung von Gewerbegebieten

Hoyerswerda. Hoyerswerda gibt grünes Licht für die Errichtung von vier großen Fotovoltaikanlagen, die 15 Prozent der Stadt mit Strom versorgen können. Da die Bundesregierung die Förderung für Solarstrom eingedampft hat, ist eine Umsetzung des Projekts allerdings fraglich.

Selbst erzeugter Strom aus Sonnenenergie – in Hoyerswerda sind die Kommunalpolitiker einen großen Schritt vorangekommen. Der Stadtrat gab bei der jüngsten Sitzung grünes Licht für drei neue Bebauungsplan-Verfahren. Das vierte soll in der März-Sitzung der Stadträte auf den Weg gebracht werden.

Zwei der vom Stadtrat abgesegneten Bebauungsflächen für Fotovoltaikanlagen liegen im Gewerbegebiet Hoyerswerda-Nardt, die dritte in der Neustadt. Dort soll der Bereich des ehemaligen Wohngebietes „WK 10“ nach dem Rückbau der teilweise noch vorhandenen Gebäude für das neue Vorhaben hergerichtet werden.

Ob jedoch in Hoyerswerda mittelfristig tatsächlich Foto voltaikanlagen gebaut werden, ist alles andere als sicher, sagte der Geschäftsführer der „Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda“ (EEH), Thomas Schmidt, der RUNDSCHAU. Die Frage der Wirtschaftlichkeit sei entscheidend. Jetzt werde aber erstmals Baurecht geschaffen. Laut Schmidt geht es dabei um vier Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von 15 Megawatt. Damit könnten 15 Prozent des Strombedarfs in Hoyerswerda selbst produziert werden. Die Investitionskosten würden im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Die Aussichten für das Vorhaben stehen angesichts der Tatsache, dass die Bundesregierung einschneidende Kürzungen bei der Förderung der Solarenergie beschlossen hat, auf der Kippe. Da der selbst produzierte Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, bekommt die EEH dafür eine Vergütung. Wie viel das sein wird, ist nicht sicher. Aufwand und Ertrag müssen in einem Verhältnis stehen, oder wie es EEH-Geschäftsführer Schmidt formulierte: „Es muss sich rechnen. Wir haben das aber vor.“ Eine endgültige Investitionsentscheidung falle erst, wenn das Unternehmen wisse, wie teuer die Errichtung wird.

Dass bereits jetzt Baurecht für die vier Anlagen geschaffen wird, hat einen triftigen Grund. Die Hoyerswerdaer Strategie sei, flexibel reagieren zu können, betonte der EEH-Geschäftsführer.

Im März werden die Kommunalpolitiker voraussichtlich noch das B-Plan-Verfahren für den vierten Standort im Industriegebiet Zeißig genehmigen. Es gehe dann um eine Gesamtfläche von 33,6 Hektar, auf der die vier Fotovoltaikanlagen gebaut werden könnten.

Wie lange die Verfahren dauern, konnte Schmidt nicht sagen. Das hänge auch von der Anzahl der Einsprüche von den Trägern öffentlicher Belange und von Privatpersonen ab – beide Parteien haben das Recht, Einspruch gegen die vom Stadtrat beschlossenen Pläne einzulegen. EEH-Geschäftsführer Schmidt hofft, dass mit dem Bau noch in diesem Jahr begonnen werden kann.

Bei einem fünften Standort ist seine Gesellschaft schon weiter. Auf dem Gelände des alten Klärwerks in Hoyerswerda läuft bereits ein B-Plan-Verfahren für eine vier Hektar große Fläche. Ziel sei, eine Leistung von 1,78 Megawatt zu erzielen. Das Projekt soll bis 30. Juni stehen. Von Frank Ellmers

Lausitzer Rundschau vom 01. März 2012