EEH Hoyerswerda
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Hoyerswerdas Energie-Erzeuger hat die Sonne fest im Blick

Größte Anlage Hoyerswerdas liegt über den Erwartungen

HOYERSWERDA. Thomas Schmidt tritt so auf, wie es sich für einen Geschäftsführer gehört, der gerade eine 2,5 Millionen Euro teure Anlage präsentiert: höflich, korrekt und vom Fach. Im dunklen Nadelstreifenanzug erklärt er am gestrigen Freitag einer Handvoll Menschen geduldig die Funktionsweise einer Fotovoltaikanlage, wie die Sonnenstrahlen auf die Module treffen und dann in Form von Strom ihren Weg bis ins öffentliche Netz finden.

Es ist Tag der offenen Tür. Die EEH und ihr Geschäftsführer zeigen ihr neuestes Projekt der Öffentlichkeit.

Auf dem Gelände der alten Kläranlage an der Spremberger Chaussee stehen seit Juni insgesamt 7084 Fotovoltaikmodule auf einer Fläche, auf die vier Fußballfelder passen würden. Die Anlage mit einer Höchstleistung von 1,7 Megawatt soll circa 1600 Megawattstunden pro Jahr produzieren, genug für rund 600 Zwei-Personen-Haushalte. In Hoyerswerda ist das die Größte. Die Ausbeute liege über den Erwartungen, so Schmidt. 400 000 Kilowatt Strom habe die Anlage seit Anfang August produziert, 20 Prozent mehr als erwartet. Es soll aber noch größer werden.

Die EEH setzt in Zukunft vermehrt auf die Kraft der Sonne. In Nardt plant sie auf zwei Flächen, die insgesamt dreimal so groß sind wie die Anlage am alten Klärwerk. Die Satzung für den Bebauungsplan ist bereits beschlossen, auf der Internetseite können sich Firmen schon um den Bau bewerben. Zusammen würden sie rund 6,6 Megawatt leisten.

Dass die frisch eingeweihte Anlage ausgerechnet auf dem Gelände des alten Klärwerks gebaut wurde, ist kein Zufall. Die Einspeisevergütung für Anlagen auf sogenannten Konversionsflächen liegt höher als auf Dächern oder einer auch anders nutzbaren Freifläche. Und weil die Anlage noch in der Übergangsfrist des Erneuerbare-Energie-Gesetzes angeschlossen wurde, greift das Tochterunternehmen der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH) die nächsten 20 Jahre eine Vergütung von 18 Cent je Kilowattstunde ab. Die EEH spült damit also auch Geld in die Stadtkassen. Klar, für die Umwelt mache man damit freilich auch etwas, sagt Schmidt, schränkt aber ein, aber: "Wir sind nicht gekommen, um die Welt zu retten. Bei uns zählt vordergründig die Wirtschaftlichkeit."

Lausitzer Rundschau vom 22. September 2012