EEH Hoyerswerda
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Solartechnik zum Anfassen

Eines steht fest: Eberhard Baers Beruf ist definitiv nicht mehr das, was er einmal war. Der 88-jährige Hoyerswerdaer findet das aber gar nicht schlimm. "Ich bin überwältigt. Mit dem Elektriker von vor 70 Jahren hat das nichts mehr zu tun", sagt der rüstige Senior, nachdem er sich gestern das Solarkraftwerk der Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda (EEH) auf dem ehemaligen Kläranlagen-Gelände angesehen hatte. EEH-Chef Dr. Thomas Schmidt führte den Ur-Hoyerswerdaer zum Tag der offenen Tür persönlich über die Anlage, die seit Juni Strom liefert.

Sie tut das zuverlässig. 400 000 Kilowattstunden haben die 7 048 Module inzwischen ins öffentliche Netz eingespeist. "Das sind 20 Prozent mehr als geplant", sagt Thomas Schmidt, der gestern unter anderem auch Schulklassen aus dem Foucault-Gymnasium, dem Johanneum und dem Berufsschulzentrum begrüßen konnte. Es habe, sagt er, durchaus Interesse gegeben. Und das betraf nicht nur den Weg "vom Sonnenstrahl bis zur Einspeisung", sondern auch energiepolitische Fragen. Der Jugend ist nämlich sehr bewusst, dass Solarstrom nicht sonderlich gleichmäßig fließt. Also wurde die Frage nach der Strom-Speicherung öfter gestellt.

"Wenn uns das in großem Maße gelingt, sind wir nahe dran, das Energie-Problem zu lösen", findet der EEH-Chef. Doch seine Firma, eine Tochter der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH), ist ja in erster Linie dazu gegründet worden, Geld für die Stadt zu verdienen. Eberhard Baer wollte also wissen, ob sich die 1,7-Megawatt-Anlage in diesem Sinne auch rechne. Thomas Schmidt konnte er einmal nur auf die 2,5 Millionen Euro an Investitionskosten verweisen. "Das muss sich also erst amortisieren", schlussfolgerte der 88-Jährige.

die hoyerswerdsche vom 22. September 2012