EEH Hoyerswerda
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Start für Hoyerswerdas Solarpark

Millionenteures Projekt soll bereits im Juli Strom für 600 Haushalte liefern

Hoyerswerda. Heute fällt der Startschuss für die derzeit größte Fotovoltaikanlage in Hoyerswerda. Unter Leitung der Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda GmbH (EEH) entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Kläranlage an der Spremberger Chaussee ein vier Hektar großes Sonnenkraftwerk.

Die kleine Feier, zu der sich Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) angemeldet hat, beginnt auf der Baustelle um 14 Uhr. Während also das erste Fotovoltaik-Großprojekt nach intensiven Vorbereitungen bereits im Juli fertig sein wird, steht über drei weiteren geplanten Vorhaben dieser Art in Nardt und Zeißig ein Fragezeichen.

Nach Angaben von EEH-Geschäftsführer Thomas Schmidt kostet das Fotovoltaik-Projekt an der früheren Kläranlage 2,5 Millionen Euro. Die Anlage produziert 1600 Megawattstunden Strom pro Jahr. Damit können 600 Haushalte in der Stadt versorgt werden. Es sei die bislang größte und wichtigste Investition in diesem Jahr, betonte Schmidt. Die vorbereitenden Bauarbeiten auf dem Gelände haben bereits vor 14 Tagen begonnen. 1900 Metallpfeiler werden 1,50 Meter tief in den Boden gerammt. Darauf werden die Fotovoltaikmodule später montiert – insgesamt mehr als 7000 Stück.

Doch wer glaubt, dass durch die erneuerbare Sonnenenergie aus Hoyerswerda die Stromtarife für den Kunden gesenkt werden können, dem erteilte Schmidt eine Absage. Der Strom werde in das Netz der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) eingespeist. Das habe keine Auswirkungen auf die Tarife für den Endverbraucher, sagte der EEH-Geschäftsführer.

Was den Bau der weiteren Fotovoltaikanlagen im Gewerbegebiet von Nardt und Zeißig mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Millionen Euro betrifft, ist Schmidt zwar optimistisch, dass die Projekte verwirklicht werden. Das letzte Wort sei da aber noch nicht gesprochen. Derzeit werde geprüft, ob die Anlagen wirtschaftlich seien. Wenn die EEH den selbst produzierten Strom in das öffentliche Netz einspeist, bekommt das Unternehmen dafür eine Vergütung. "Bisher bekommen wir 18 Cent pro Kilowattstunde," sagte Schmidt. Nach der Reform des Einspeisevergütungsgesetzes sollen es künftig nur noch 13 Cent sein. Ein Verlust von fünf Cent. Bei den drei Anlagen läuft derzeit noch das Bebauungsplan-Verfahren. Von Frank Ellmers

Lausitzer Rundschau vom 05.Juni 2012