EEH Hoyerswerda
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Pilzproduktion soll weiter wachsen

Hoyerswerdas Energieerzeuger EEH investiert / Heizkosten in Kühnicht sollen sinken

HOYERSWERDA. Die Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda (EEH) verspricht sich von der Übernahme der Integra-Pilzproduktion schon mittelfristig ein profitables Geschäft. Geschäftsführer Dr. Thomas Schmidt plant eine Erweiterung am Standort Kühnicht.

Energieerzeuger und Pilzproduktion - passt das zusammen? EEH-Geschäftsführer Thomas Schmidt und Insolvenzverwalter Dr. Helmut Schwarz sagen ja. "Uns geht es darum, das Integrationsprojekt von Integra zu erhalten", sagt Schmidt. Ein Teil der neun Arbeitskräfte sind körperlich behindert. Ein Initial für die Idee, Anlagevermögen und Arbeitskräfte der Integra in die EEH zu integrieren, kam aus dem Rathaus. Dietmar Wolf, der EEH-Aufsichtsratsvorsitzender ist, hatte die Anregung gegeben. Daraufhin gab intensive Gespräche zwischen EEH und Insolvenzverwalter.

Seit dem Jahr 2011 gebe es einen engen Kontakt zwischen Integra und der EEH, so Schmidt. Das Unternehmen, das Teil der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH) ist, hat gemeinsam mit Integra an der Optimierung der Wärme- und Kälteversorgung in den Kühnichter Produktionshallen gearbeitet. Auch bei der Herstellung von Speisepilzen traut sich die EEH inzwischen ein Urteil zu: "Wir sind nicht die Fachleute. Aber wir wissen, worüber wir reden", betont er. Zurzeit werden die asiatischen Shii-Take- und Reishi-Pilze in Kühnicht hergestellt. Die EEH könne für eine gute Vermarktung der Hoyerswerdaer Shii-Take-Pilze sorgen. Das brauche der neue Geschäftszweig jetzt, so Schmidt.

Um das Geschäft wieder auf sichere Füße zu stellen, will die EEH nun einen niedrigen fünfstelligen Betrag in die Hand nehmen. Zuletzt sei die Integra Lausitz zahlungsunfähig und überschuldet gewesen, so Insolvenzverwalter Schwarz. Gravierende Marketingfehler und zu hohe Kosten hätten in die Insolvenz geführt. Zudem sei die Integra bis zum August 2012 Teil einer anderen Firmengruppe gewesen, die zum Teil Aufgaben kostenlos übernommen hatte, so Schwarz. Der Rechtsanwalt betont, dasss die EEH die Firma Integra nicht übernommen habe, sondern lediglich das Anlagevermögen gekauft hat. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Integra-Schulden habe die EEH nicht übernommen.

Die Pilzproduktion soll laut Schmidt sichtbar erhöht werden. Dann könnten auch weitere Arbeitsplätze geschaffen werden - womöglich für weitere körperlich behinderte Menschen. An eine schnelle Ausgründung des Integra-Geschäftsbereiches denkt Schmidt deshalb nicht. Neben Supermarkt-Ketten, Gastronomieverbänden und Gaststätten sieht der Geschäftsführer auch die Pharmaindustrie als potenziellen Abnehmer für die Lausitzer Pilze. Die Integra soll schon mittelfristig Geld einspielen. Dieses würde dann in die SWH-Gruppe fließen.

Laut Thomas Schmidt will die EEH schnellstmöglich die Produktionskosten am Integra-Standort im Gewerbegebiet senken. Dies soll vor allem durch die Heizkosten geschehen, denn für die Produktion braucht es feucht-warmes Klima. "Noch wird dort mit Kohle und Öl geheizt", sagt Schmidt. Das sei teuer und widerspreche auch dem Grundansatz der EEH, die sich mit mehreren Solarprojekten in der Stadt beschäftigt. Eventuell will das kommunale Unternehmen auf Fernwärme umsteigen. Mit der Konzernschwester Versorgungsbetriebe (VBH) steht ein Anbieter bereit. Sascha Klein

Lausitzer Rundschau vom 07. März 2013